Audiointerface am Tablet ...

... wozu soll das gut sein?!

 

Die meisten PCs – seien es nun Desktops oder Laptops – verursachen Lüfter- und Festplattengeräusche, die von empfindlichen Kondensator-Mikrofonen nicht ignoriert werden, wenn sich der Rechner im selben Raum wie der Sprecher befindet. Beim Homerecording stehen meist keine Sprecherkabine oder gar getrennte Räume für Sprecher und Aufnahmetechnik zur Verfügung.

 

Ein geräuschloses Aufnahmegerät, wie ein Tablet, wäre also von Vorteil. Leider sind in Tablets meist recht schlechte Mikrofone verbaut, außerdem arbeitet die zugehörige Betriebssystem-Software fast immer mit Noise-Gating, was – besonders im Zusammenspiel mit weiterer Software – einen pumpenden Klang erzeugen kann.

 

Die Lösung: Eine App, welche die vom Interface kommenden Signale über ein USB-OTG-Kabel auf den Tablet-Speicher aufnimmt. Bei Google-Play wurde ich für Android-Geräte  fündig mit dem USB Audio Recorder. iFans müssen selbst suchen;-)

 

Audiointerface am Tablet
Test-Aufbau

 

Vor einem Kauf der App sollte man unbedingt die Testversion ausprobieren, die man sich als APK von der Webseite des Programmierers herunterladen und dann installieren kann.

 

Mein Testaufbau bestand aus:

  • Großmembran-Kondensatormikrofon t.bone SC1100
  • USB-Audiointerface Behringer FCA610
  • USB-OTG-Adapter Hebron von Leicke
  • Android-Tablet Samsung Galaxy Tab3 10.1

 

Der USB-Adapter stellt neben drei USB-2.0-Ports auch einen Cardreader zur Verfügung; über ein externes Netzteil kann er zusätzlich mit Strom versorgt werden. (Nach Leicke Hebron USB OTG googeln.)

 

Dieser Aufbau  funktioniert bei mir einwandfrei, solange ich Folgendes beachte: In der App muss im Reiter I/O für die Aufnahme 24 Bit und 48 oder 96 KHz eingestellt sein. Mit 44,1 oder 88,2 KHz funktioniert es nicht. 

 

IO-Einstellungen
IO-Einstellungen

 

Dies ist für mich nicht weiter schlimm, da ich auch am PC mit 24 Bit/96 KHz aufnehme und erst vor der endgültigen Ausgabe aufs Zielmedium, auf beispielsweise 16 Bit/44,1 KHz, herunterrechnen lasse. Mit dem "großen Bruder" des Behringer-Interfaces, dem FCA1616 sollte es ähnlich gut funktionieren. 

 

Die Dynamik ist nun deutlich besser, als wenn der PC unter dem Schreibtisch mitläuft!

 

Solange die Energieversorgung für das Interface und gegebenenfalls den USB-Adapter gewährleistet ist (KFZ-Adapter), könnte man diesen Aufbau auch für hochwertige Außenaufnahmen einsetzen. 

 

 

11.08.2015