Dänemark 2015

Nordsee-Küste in Mitteljütland
Nordsee-Küste am Bovbjerg Fyr in Mitteljütland (Foto: Ulli Böhmke)


Dänemark mag immer eine Reise wert sein – im Juni 2015 war es an der Nordseeküste Mitteljütlands jedoch noch recht ungemütlich. Zu den Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad blies meist ein kräftiger Nordwestwind, mit Spitzen bis zu 100 km/h. Dennoch: Ein wenig Sonnenschein hatten wir auch, so dass das Wetter unterm Strich erträglich war.


1. Tag - Anreise

(Foto: Angelika Böhmke)
(Foto: Angelika Böhmke)

Frühmorgens bepackten wir unser Auto und starteten auf die knapp 700 km lange Reise.

 

Mittags überquerten wir die dänische Grenze. Über Herning, Holstebro und Lemvig benötigten wir weitere drei Stunden, bis wir am späten Nachmittag schließlich in Vejlby Klit an der Nordseeküste einrafen. Die Feriensiedlung liegt direkt an den Dünen. Vejlby Klit heißt übersetzt auch etwa Vejlby in den Dünen.

 

 


Fejlby Klit
Feriensiedlung Vejlby Klit


Die Siedlung ist groß, verteilt sich jedoch über eine sehr große Fläche, weswegen auch die einzelnen Grundstücke groß sind und viel Luft zu den Nachbarn bieten. Im Zentrum bietet es Mini-Supermarkt, Restaurants, und Ferienhaus-Verwaltungen.


Unser Ferienhaus
Unser Ferienhaus

 

Nach dem Abholen des Schlüssels fanden wir unser Ferienhaus schnell und bezogen es für die kommenden sieben Tage. Gegen-über den sonst üblichen Holzhäusern war es sogar gemauert. 

 

Das Meer war nur gut 200 m Luftlinie entfernt, was wir gleich nach der Ankunft abends erkundeten...

Ulli im Fenster
Foto: Angelika Böhmke

2. Tag – Vejlby Klit

Wanderin in den Dünen
Wanderin in den Dünen

 

 

Am zweiten Tag waren die Temperaturen recht niedrig, davon abgesehen herrschte jedoch Bilderbuchwetter. Deswegen unternahmen wir über Mittag einen längeren Spaziergang durch die Feriensiedlung und die Dünen zum Strand.

 

Auf dem unteren Foto sieht man, wie die Dünen die Nordsee (links) von Vejlby Klit (rechts) trennen.

 

 

Dünen zwischen Nordsee und der Feriensiedlung
Dünen zwischen Nordsee und der Feriensiedlung

 

Gleicher Standort, andere Blickrichtung: Auf dem nächsten Foto ist links der Ferring See – ein recht großes Binnengewässer für Angler – zu erkennen; rechts, nur wenige zehn Meter entfernt, die Nordsee.

 

Ferring See und Nordee
Ferring See und Nordee, nur durch Düne getrennt


Der Strand und die Dünenlinie wirken in diesem Teil Dänemarks schier endlos. Leider war es zum Schwimmen noch deutlich zu kalt. Anstatt Badehose und Bikini waren Wetterjacken und lange Hosen angesagt:


Strand bei Vejlby Klit
Strand bei Vejlby Klit (Foto: Ulli Böhmke)

 

An vielen Stellen dieses Küstenabschnittes findet man Andenken an unrühmliche Phasen deutscher Geschichte: Dutzende, wenn nicht sogar hunderte, von den Nazis im zweiten Weltkrieg erbaute alte Bunker.

 

Alter Bunker
Alter Bunker (Foto: Ulli Böhmke)

 

Noch einmal einen Blick über die Dünen hinüber auf die andere Seite, nach Vejlby Klit:

 

Feriensiedlung Vejlby Klit
Die Feriensiedlung Vejlby Klit (Foto: Ulli Böhmke)


Im Zentrum der Feriensiedlung wird für das Restaurant John Wayne das Konterfei des Namensgebers aus Sand geformt:


Sandspielereien
Sandspielereien (Foto: Ulli Böhmke)

 

Einen halben Tag lang spazierten wir durch Vejlby Klit und die nähere Umgebung. Am späten nachmittag erkundete ich die weitere Umgebung mit dem Auto.

 

Dänemarkt zeigt sich hier fast klischeehaft schön: Weite Landschaft mit viel Himmel, viele Felder, grüne Wiesen und Weiden, dazwischen eingestreut kleine Dörfer, Gehöfte und immer wieder frei stehende kleine Kirchen. Alles ist einghüllt in ein ganz besonderes, helles aber weiches Licht. Das Grün wirkt hier viel grüner, als ich es aus Deutschland kenne. Aus allen Himmelrichtungen weithin zu sehen ist immer die Engbjerk Kirke.

 

3. Tag – Lemvig

Lemvig ist ein hübsches, kleines Hafenstädtchen, etwa 13 km nordöstlich unserer Feriensiedlung. Hier einige Impressionen...




4. Tag – Klosterheden

(Foto: Ulli Böhmke)
(Foto: Ulli Böhmke)

 

Der Staatsforst Klosterheden ist ein großes Erholungsgebiet zwischen Holstebro und Lemvig. Große Flächen sind bewaldet, daneben gibt es auch viel Heide, Ödland sowie kleine Wasserläufe und Seen.

 

Ein Schotterweg führt längs durch das Gebiet; an ihm liegen zahlreiche Parkplätze, von denen aus sich kleinere oder größere Wanderungen starten lassen. 

 

Viele Informationen und eine Karte finden sich in der Broschüre des Umwelministeriums (PDF).

Über zahlreiche Wanderwege lässt sich das Areal erkunden. Rätselraten ist nie nötig, denn die Wege sind vorbildlich markiert – sowohl in der Karte wie auch mit Hilfe kleiner Pfosten und aufgedruckter eindeutiger Markierungen an jeder Wegabzweigung oder -kreuzung.

 

In weiten Teilen Dänemarks ist man um Aufforstung bemüht. So auch in Klosterheden. Hier entstand das größte zusammenhängende Waldgebiet Dänemarks. In manchen Abschnitten dominieren Fichten, in anderen Kiefern oder Birken. Nirgendwo strahlt der Wald etwas Finsteres aus, wie etwa im Harz oder im Schwarzwald – hier in Dänemark ist er immer licht und einladend.

 

Im Klosterheden wurden Ende der 1990er Jahre Biber ausgewildert. Nach 15 Jahren haben sie sich eingelebt und so sehr vermehrt, dass ihre Spuren überall entlang der Wasserläufe zu sehen sind.

5. Tag – Holstebro

 

Das etwa 50 km von Vejlby Klit entfernte Holstebro ist als kleines Zentrum der Region einen Tagesausflug wert. 

 

Holstebro hat eine sehr schöne Innenstadt mit einer umfangreichen und lebhaften Fußgängerzone. An vielen Punkten stehen Kunstwerke; sogar weit oben, wo man es eher nicht vermuten würde.

 

(Fotos: Ulli Böhmke)
(Fotos: Ulli Böhmke)

 

Gut, über Geschmack lässt sich streiten. Diese Kunstwerke sind nicht unbedingt mein Geschmack. Aber die Giacometti-Skulptur (ein Original!) vor dem alten Rathaus ist es auch nicht;-). (Leider konnte ich den Giacometti nicht fotografieren, weil am Tag unseres Besuchs auf dem Platz eine Wahlkampf-Veranstaltung stattfand.)

 

Am ehesten gefielen mir noch Die Bürger aus Holstebro von Bjørn Nørgaard.

 

Bürger aus Holstebro 2
Bürger aus Holstebro

 

Das Wetter war an unserem Tag in Holstebro extrem ungemütlich: Kalt, regnerisch und dazu noch sehr stürmisch. Aus diesem Grund hielten wir uns weniger lange dort auf als beabsichtigt – und ich fotografierte auch kaum. Hier zum Abschluss noch die erst 1907 erbaute Holstebro Kirke:

 

Kirche von Holstebro
Kirche von Holstebro


Die künstlerische Darstellung der Kirche steht gleich auf dem Kirchen-Vorplatz:


Holstbro Kirke - mal anders
Holstbro Kirke - mal anders

6. Tag – Bovbjerg Fyr

 

Südlich des Ferring See, unweit der gleichnamigen Ortschaft, erheben sich die Dünen zu einer kleinen, von Eiszeit-Kräften aufgeschobenen rund 40 m hohen Steilküste. Hoch über dem Meer steht hier der Leuchtturm Bovbjerg Fyr. Bei klarem Wetter ist die Sicht übers Wasser wie übers Land phantastisch.

 

Eine lange, steile Holztreppe führt vom Klippenrand hinab zum Meer. Bei Spitzen-Winböen von rund 100 km/h waren Ab- und Aufstieg durchaus abenteuerlich.

 

Bovbjerg Fyr
Bovbjerg Fyr
Küste vor Bovbjerg Fyr
Küste vor Bovbjerg Fyr
Unter den Klippen
Unter den Klippen

Atomstromfreie Energieversorgung
Atomstromfreie Energieversorgung


Windräder sind hässlich – Atomkraft ist gefährlich. Solange wir auf Strom nicht verzichten wollen oder können, ist mir der Anblick der Windparks lieber, als der von Atommeilern!




7. & 8. Tag – Abschluss

Für den letzten Tag vor der Abreise war schlechtes Wetter angesagt – und genauso kam es dann auch: Dauerregen den ganzen Tag. Als er gegen Abend nachließ, mochten wir nichts mehr unternehmen und packten in aller Ruhe.

 

 

 

Am nächsten Morgen machten wir uns gemütlich auf den langen Heimweg. Auch John Wayne war fertig geworden, also konnten wir beruhigt abreisen.

 

Gut 100 km fuhren wir diesmal die Küstenstraße direkt entlang den Dünen, die gefühlt unendlich weit nach Süden führten. Die Gegend wurde immer einsamer: Rechts die Dünenlinie mit der Nordsee, links ein Wechsel aus flachem Marsch- oder Heideland, und immer wieder eingestreuten kleineren oder auch größeren  Seen (bis hin zu Fjorden). Die einsame Landschaft wirkte – unterstützt vom trüben Wetter – sehr melancholisch. 

 

Als sich das Wetter kurz vor Esbjerg weiter verschlechterte, bogen wir ins Binnenland ab und fuhren an der alten Stadt Ribe vorbei in Richtung Autobahn. Wären wir bis nach Deutschland weiter über die Landstraße gefahren, hätten wir allein bis zur Grenze wohl mehr als einen halben Tag benötigt. Auch freuten wir uns nun aufs Zuhause und wollten unterwegs keine weitere Übernachtung einlegen; wohlbehalten kamen wir dort abends an.

 

Fazit 

 

Wenn ich heute – zwei Wochen nach der Rückkehr – an die Reise zurück denke, weiß ich, dass ich Dänemark noch weiter erkunden möchte. Vejlby Klit war ein sehr gutes Basislager, von hier aus ließen sich noch viele Tagestrips in die weitere Umgebung unternehmen. Klosterheden möchte ich in jedem Fall noch einmal besuchen, der Wald ist einfach wunderbar.

 

Allerdings wird die nächste Fahrt in einem September stattfinden. Dann sind Luft und Wasser für meine Frau vielleicht gerade noch warm genug – für mich aber nicht zu warm.

 

Im Juni 2015 haben wir uns jedoch schon eine Woche lang sehr wohlgefühlt bei unseren freundlichen dänischen Nachbarn:-)