Bluetooth-Lautsprecher

Anforderungen: Für den unkomplizierten mobilen Einsatz soll die Stereowiedergabe aus einem einzigen kompakten Gehäuse heraus möglich sein, optional völlig ohne Kabelverbindungen nach außen.

 

 

Der Lautsprecher sollte also über Akkus betreibbar sein, die mindestens rund 6 Stunden lang netzunabhängigen Betrieb gewährleisten. Neben Bluetooth für die drahtlose Ankopplung ans Quellgerät sollte aber zusätzlich für höchste Klangqualität ein analoger Aux-Eingang vorhanden sein, am besten in Form einer 3,5-mm-Klinkenbuchse. Für hohe Mobilität sollte der Lautsprecher nicht mehr als etwa 1 kg wiegen.

 

 

Hörtest

über Klinkenkabel

 

Viele der getesteten Boxen klingen zwar nicht gerade wie Radiowecker (was bei den Abmessungen durchaus zu erwarten gewesen wäre), im Hinblick auf die Preise von immerhin 80–180 EUR und verglichen mit netzgebundenen Mini-Anlagen dieser Preisgruppe mochte allerdings auch keine wirklich hundertprozentig überzeugen. Der Hauptgrund dafür ist, dass eigentlich immer ein Equalizer nötig ist, um in bestimmten Situationen eine Frequenzganganpassung vornehmen zu können – und wer mich kennt weiß, dass ich solche Maßnahmen im heimischen HiFi-Bereich eigentlich ablehne.

 

Dennoch: Unterwegs gelten andere Regeln, und mit einigen wenigen Modellen aus der großen Masse kann man durchaus Musik oder Hörbücher hören, oder Videos schauen, ohne dass sie sofort nerven.

 

Die Preise sind ohne Gewähr, sie wurden in der KW8/2014 erfasst und können zum jetzigen Zeitpunkt abweichen!

 

 

TDK Trek A26 Hersteller Amazon 89 , Expert 99, Saturn 119 eBay 79,90

 

2 Aktiv-BB (2x 2 W), 2 Passiv-TT

Bluetooth: 4.0 + EDR, A2DP, HFP, HSP, NFC

Akkku: 6 Stunden

Maße (BHT): 18x7,5x2,7, Brutto-Vol.: ca. 0,4 l, Gewicht: 0,6kg

 

Recht ausgewogener unverfärbter Klang. Ohne viel Bass, aber ansonsten neutral mit halbwegs guter Abstrahlung. Der Klappständer ist hilfreich dabei, den Lautsprecher im perfekten Winkel auf den Zuhörer auszurichten. Gegenüber dem im Mittelhochton-Bereich ähnlich abgestimmten A33 ist der A26 kompakter und deutlich leichter und eignet sich somit noch besser für den mobilen Einsatz.

 

 

TDK Weatherproof Speaker A33   Hersteller  Saturn 159,00

 

2 Aktiv-M-/HT 38 mm (2x 3 W), 1 Aktiv-TT 64 mm(9 W), 2 Passiv-TT 76 mm

Bluetooth: 2.1 + EDR, AAC, A2DP, HFP, HSP

Akku: 6 Stunden

Maße (BxHxT): 24x9,5x5 cm, Brutto-Vol.: ca. 1,1 l, Gewicht: 1,2kg

 

Achtung: Im Jahr 2016 gibt es diesen Lautsprecher nicht mehr, der quasi baugleiche Nachfolger heißt jetzt A34!

 

Der Weatherproof Speaker A33 hat einen grundsätzlich ähnlichen Klang wie der kleinere A26, klingt aber deutlich voller, mit mehr Bass und höherer Maximallautstärke. Der Bass wirkt allerdings manchmal recht vordergründig und wie abgesetzt, nicht harmonisch eingebunden. Dieses Phämonen erlebte ich bei kleineren 2.1-Systemen – ganz im Gegensatz zu 2.0-Systemen – schon häufiger. Auch der A33 ist ja – wenn man sich den inneren Aufbau genauer anschaut – ein 2.1-System. Mit einem Equalizer ist der Bass jedoch zu besänftigen, so dass sich dann sogar ein sehr guter und ausgewogener Gesamteindruck einstellt. Die Höhen vertragen eher ein wenig Anhebung – wobei die Betonung auf "ein wenig" liegt, also im Bereich zwischen etwa zwei und vier dB. Das Klangbild ist mit diesen kleinen Korrekturen voll und recht farbenreich; es vermag mit allen Musikrichtungen zu begeistern, selbst Klassik bringt Spaß. Gut aufgenommen, kann z. B. ein Cembalo beängstigend echt klingen. Aber auch Opern sind dank natürlicher Stimmenwiedergabe kein Problem.

 

Echte Räumlichkeit vermag der A33 nicht zu vermitteln, dafür sitzen die Lautsprecher einfach zu nah beieinander. Unter diesem Manko leiden leider alle Keinstlautsprecher, die Stereo aus einem einzigen Gehäuse "zaubern" wollen. Andererseits: Ein Hauch von Räumlichkeit ist besser als gar keine (=Mono) und im extremen Nahfeld zwischen etwa 50 und 80 cm Hör-Abstand ist dieser Eindruck nicht ganz so stark ausgeprägt. Je weiter man sich jedoch vom Lautsprecher entfernt, desto mehr wähnt man einem Mono-Lautsprecher zu lauschen. Viele Abspielgeräte bzw. Apps bieten die Möglichkeit der Verbreiterung der Stereobasis, was im Zusammenspiel mit dem A33 (oder ähnlichen Geräten!)  den Klangeindruck durchaus verbessern kann. Wie alles darf man es einfach nicht übertreiben.

 

Die max. Lautstärke ist recht hoch für ein Gerät dieser Größe und der Klang bleibt auch bis zu bis zu höheren Pegeln luftig und frisch – die Mitbewerber mussten viel früher die Segel streichen. Dennoch: Am besten klingt der A33 bei niedrigen bis gemäßigten Lautstärken. Für meinen persönlichen Einsatz (Nahbereich) sind höhere Lautstärken auch nicht nötig. Dank seiner vollen Abstimmung wirkt der Lautsprecher sehr viel größer und "erwachsener" als seine Abmessungen es vermuten ließen. Hohler oder blecherner Klang, wie ihn viele seiner Mitbewerber von sich geben, ist ihm fremd.

 

Das Gewicht ist mit mehr als einem Kilogramm für den mobilen Einsatz eigentlich schon grenzwertig hoch. Der recht gute Klang entschädigt jedoch für die Strapazen beim Transport. Immerhin lässt sich der Lautsprecher dank kompakter Abmessungen und guter Proportionen gut unterbringen. Was ich vermisse: Den Klappständer des A26, TDK hat ihn leider eingespart – die kleine Klappleiste des A33 jedenfalls ist bestenfalls ein Witz: sie bringt akustisch nichts und macht lediglich den Stand des Lautsprechers instabil. Weil das Abstrahlverhalten des A33 nicht perfekt ist – die Breitbandlautsprecher bündeln (naturgemäß) recht stark –, wäre es in vielen Situationen hilfreich, den A33 stärker angewinkelt aufstellen zu können. Die oben erwähnte Anhebung der höheren Frequenzen mittels Equalizer wäre dann auch nicht mehr nötig.

 

Die Verbindung zwischen Quellgerät und A33 ist natürlich perfekt über ein Kabel gelöst – aber auch drahtlos per Bluetooth konnte ich keine Probeme finden. Tablet und Lautsprecher verbanden sich innerhalb von Sekunden miteinander, der Klang ist kaum nennenswert schlechter als über Kabel. Noch geringer fällt der klangliche Unterschied beim Umschalten zwischen Netzbetrieb (eigentlich Netz + Akku) und reinem Akkubetrieb aus: Hier ist er praktisch nicht vorhanden! Auf die Akkulaufzeit hat der Bluetooth-Empfang offensichtlich keinen nennenswerten Einfluß.

 

Über Design lässt sich bekanntlich gut streiten. Auch wenn für mich der Klang mit Abstand das Wichtigste bei einem Lautsprecher ist: Das zurückhaltend-unauffällige und schlichte Design gefällt mir sehr gut. Gekoppelt mit einem (für mich) sehr gut durchdachten Bedienungskonzept und der guten Verarbeitung wird der A33 dank seines gegenüber vergleichbaren Geräten besseren Klanges mein persönlicher Testsieger. Er reicht nicht ganz an sehr gute PC-Lautsprecher, wie z. B. meine alten Logitech Z-10, heran; dafür aber ist er sehr viel handlicher und universeller einsetzbar, völlig ohne Kabelsalat – und für viele Stunden sogar ohne Stromanschluss.

 

 

Jabra Solemate Hersteller Amazon 103

 

2 Aktiv-BB, 1 Aktiv-TT, 1 Passiv-TT

Maße (BHT): 17x7x6,4 cm, Brutto-Vol.: ca. 0,8 l, Gewicht: 0,6kg

 

Jabra Solemate hatte nach den beiden TDKs insgesamt den akzeptabelsten Klang. Bassmäßig liegt er zwischen den beiden, auch die Maximallautstärke liegt zwischen kleinem und großem TDK, allerdings näher am kleinen. Der Gesamteindruck ist weniger leichtfüßig, er wirkt "schwerer" im Klang. Das mag vom recht engen Abstrahlwinkel herrühren: Bei falscher Positionierung fielen insbesondere die Höhen quasi in sich zusammen (der Lautsprecher lässt sich nicht kippen, die eigentlich dringend nötige Ausrichtung auf den Hörer ist also schwierig!). Dennoch – wenn man ihn für 100 EUR oder weniger bekommt, ist er akzeptabel – im Sinne des kleineren Übels im Vergleich zu den anderen Mitbewerbern. Positiv: Tonal recht ausgewogen, auch als USB-Lautsprecher am Laptop verwendbar, insgesamt recht gut durchdacht und gut ausgestattet. Negativ: schlechtes Abstrahlverhalten und wenig räumlicher Klang (eng), die Info-"Ansagen" nerven (sind glücklicherweise abstellbar, dann allerdings gar keine Infos mehr!).

 

 

Bose Soundlink Mini Amazon 179  Saturn 179

 

Tonal wirkt Sondlink Mini bei mittleren Lautstärken auf den ersten Eindruck recht ausgewogen und voll, aber irgendwie auch gepresst; wenig luftig, wenig spritzig und wenig glaubwürdig. Es klingt, als sei alles irgendwie elektronisch glattgebogen. Zusätzlich verändert der Lautsprecher, über das gesamte Lautstärkespektrum betrachtet, seinen Klang  mehrfach. Solche von einer Automatik aufgezwungenen Entzerrungen des Frequenzganges und der Dynamik mag ich nicht, weil sie sich nur an der Stellung des Lautstärkereglers orientieren.

 

Exkurs: Eine moderate Frequenzgang-Anpassung akzeptiere ich bei diesen Geräten durchaus, es sind ja keine echten HiFi- oder gar Highend-Geräte. Diese aber sollte durch den Anwender selbst mittels Equalizer-Presets erfolgen, dann kann sie auch den unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Musikrichtungen gerecht werden. Da auch der Aufstellungsort den Klang stark beeinflusst – drinnen oder draußen, wandnah oder wandfern, dämpfend oder hallend  –, wäre auch hier der (moderate!) Equalizer-Einsatz sinnvoll. Androids fünfbändiger Standard-Equalizer reicht für diese Einstellungen nicht aus, zielführender ist ein feinfühlige Equalizer, z.B. jener der App Poweramp Pro. Wenn dem Gerät jedoch schon herstellerseitig eine starke Entzerrung aufgedrückt wird, führt der Einsatz weiterer Entzerrungen nur zur "Verschlimmbesserung" des Klanges!

 

Ähnlich wie Jabra Solemate mag sich Soundlink Mini klanglich ein wenig vom Rest des Testfeldes absetzen, reicht jedoch nicht an den gößeren TDK heran und ist für meinen Geschmack am Ende für das Gebotene (deutlich) zu teuer. Den Hype um diese Box kann ich nicht nachvollziehen.

 

 

Andere Geräte

 

Auch alle anderen Geräte zwischen 80 und 200 EUR von Grundig, Panasonic, Philips, Samsung, Sony (auch der vielgelobte SRS-BTX300B) klangen entweder deutlich überspitzt oder dumpf oder bassschwach oder bassbetont – kurz: unnatürlich, von langweilig bis deutlich verfärbt, und/oder ohne Räumlichkeit.

  

Neugierig wäre ich vielleicht noch auf Philips Fidelio P9 gewesen, den es jedoch nirgendwo zu hören gab. Als einer der ganz wenigen Lautsprecher in diesem Bereih verfügt er über Klottenlautsprecher für den Hochtonbereich, was – zumindest der Theorie nach – dem Abstrahlverhlten zugute kommt. Auch den Teufel BT Bamster kann man im Laden nicht hören, da er nur im Direktvertrieb erhältlich ist. Allerdings wären für mich seine Proportionen (Länge mehr als 30 cm) recht ungünstig.

  

 

Fazit

  

Nach derzeitigem Stand bleiben nur die beiden TDK-Geräte in der engeren Wahl. Testsieger ist für mich TDK A33. Auf einer Skala von 0–100 würde ich ihm 85 Punkte geben. In Sterne umgerechnet: 4 von 5.