Schwarzweiß

 

Einen der Vorteile, die ich in der digitalen Fotografie sehe, ist die Möglichkeit, mich erst nach einer Aufnahme entscheiden zu können, ob ich Fotos in Farbe oder Schwarzweiß ausgebe. Diese Entscheidung ist bei mir stark vom konkreten, einzelnen Motiv abhängig, weswegen  ich in meinen analogen Jahren beim Fotografieren fast immer mindestens zwei Kameragehäuse dabei hatte. Eines war mit einem Farb- und das andere mit einem SW-Film bestückt. Außerdem war ein Satz Filter immer dabei. Was heute mit einigen Farbregler-Einstellungen im Raw-Konverter erledigt wird, musste analog ja schon während der Aufnahme geschehen.

 

Bei meinen allerersten Fotos zu Beginn der Siebzigerjahre benutzte ich aus reiner Not SW-Filme: Farbfilme waren dem jungen Schüler zunächst einfach zu teuer. Nach wenigen Filmen wechselte ich dann doch – schließlich fotografierten um mich herum auch alle anderen in Farbe. Dass Fabfotos automatisch besser waren, konnte ich jedoch nicht behaupten. Spätestens mit dem zweiten Spiegerefexkamera-Gehäuse begann ich wenige Jahre später, auch wieder in Schwarzweiß zu fotografieren.

 

Dank Digitalisierung begeistert mich die Schwarzweiß-Fotografie mehr denn je. Mehr noch als mit den Mitteln der Chemie, kann ich mit digitalen Hilfsmitteln fein nuancierte Schwarzweißfotos erstellen. Für das volle Ausschöpfen der Möglichkeiten ist ganz besonders in der SW-Fotografie  für mich der Einsatz des Raw-Formates unabdingbar.

 

So führen Farbe und Schwarzweiß in meiner aktuellen Fotografie ein gleichberechtigtes Dasein. Ist Farbe wichtig für die Bildaussage, setze ich sie ein, ist sie nicht notwendig oder stört sie sogar (indem sie von Wesentlichem ablenkt), verzichte ich auf ihren Einsatz. Hier zwei Schnappschuss-Porträts in Farbe und SW: