PC für die Bildbearbeitung

Der Computer für die Bildbearbeitung benötigt heutzutage keine besondere Ausstattung mehr. Laptops eignen sich vielleicht weniger gut dafür, weil die integrierten Bildschirme eine vergleichsweise schlechte Farbwiedergabe bieten. Außerdem sind sie einfach zu klein. Am 24- oder 27-Zoll-Monitor arbeitet es sich für meinen Geschmack deutlich komfortabler, als an 15 Zoll.

 

Auch das eingesetzte Betriebssystem spielt keine große Rolle mehr. Mit einem Windows-PC ist gutes Arbeiten ebenso möglich wie mit einem MAC; viele Programme werden für beide Plattformen angeboten. Nur Linux ist aus Gründen der (kaum vorhandenen) Software-Vielfalt – insbesondere im professionellen Bereich – meines Erachtens weniger empfehlenswert.

 

Im Folgenden beschreibe ich zwei Windows-PCs.

 

  • Der etwas schwächer ausgestattete eignet sich als Allround-PC für allgemeinen Büroaufgaben, die Bildbearbeitung des Hobbyfotografen, gelegentlichen Videoschnitt in DVD-Qualität und kleinere Spiele (Casual Games).
  • Das stärkere Modell wird nötig, wenn regelmäßig große Bildermengen aus professionellen Vollformat-Kameras bearbeitet werden, oder wenn häufiger größere Filmprojekte in Full HD (oder größer) anliegen.

 

Je nach konkreter Auswahl der Baugruppen liegen die preislichen Untergrenzen für das kleinere Modell bei 500–600 EUR sowie für das größere Modell ab rund 900 EUR – jeweils ohne Peripherie-Geräte. Wird besonderer Wert auf geringen Energieverbrauch und Geräuscharmut gelegt, kann es schnell 100 oder mehr Euro teurer werden. Sollen häufig anspruchsvolle Spiele laufen, erhöhen sich die Preise jeweils um weitere 100–200 EUR für eine schnellere Grafikkarte und stärkere Stromversorgung. Das Preisgefüge für Computer-Komponenten ist sehr instabil, deswegen gebe ich hier nur solch ganz grobe Richtwerte an. Der Euro-Verfall zwischen 2014 und 2015 hat die Preise z. T. deutlich spürbar ansteigen lassen.

 

Die beste Basis bietet zur Zeit ein Intel-Prozessor der vierten Generation. Geringfügig teurer als AMD-Typen, zeichnen sich Intel-CPUs bei hoher Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Zukunftssicherheit durch geringen Energiebedarf aus. Sie bieten insgesamt am meisten fürs Geld.

 

Die Engpässe bei der Verarbeitung größerer Datenmengen (Musik-, Bild- und Videobearbeitung) liegen am ehesten im Bereich der Speicherung. Diesem Bereich sollte daher erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das beginnt bei der Hauptplatine: Hier sollten nur noch SATA-III-Anschlüsse höchster Geschwindigkeit vorhanden sein; mindestens sechs Stück, um für zukünftige Erweiterungen gerüstet zu sein.

 

Als Arbeitsfestplatte sollte daran eine SSD (Solid State Drive) zum Einsatz kommen. Sie arbeitet um ein Vielfaches schneller als eine herkömmliche Festplatten, letztere ist dagegen deutlich billiger. Viele Systeme sind aktuell mit zwei Laufwerken bestückt: Eine kleinere SSD sorgt für eine schnelle Arbeitsumgebung; eine herkömmliche große Festplatte stellt den Speicherplatz für die Archivierung von Mediendateien wie Musik, Fotos und Videos zur Verfügung. (Hier besteht die Wahl zwischen kleinen, langsam drehenden 2,5"-Festplatten, die praktisch unhörbar sind; sowie den etwas größeren, schnell drehenden 3,5"-Typen, die zwar lauter sind, dafür aber mit höherer Geschwindigkeit punkten.) Die Entscheidung für eine SSD (ab ca. 50 EUR) führt zu einem subjektiv deutlich schnelleren System, als dasselbe Geld in einen größeren Prozessor zu investieren! (Bei den PCs der großen Handelsketten wird aus werbestrategischen Gründen eher umgekehrt gehandelt: Hier finden sich oft "ultraschnelle" Prozessoren, die dann von Festplatten-Schnecken ausgebremst werden.)

 

Hier eine grobe Einkaufsliste, normal gesetzt für das Einstiegsmodell, die Bauteile für die stärkere Version (in blau und in Klammern), der Stand ist Mitte 2015: 

  • Prozessor (CPU):  Intel Core i5, Modelle 4460 bis 4690(K) (i7, Modelle 4770 bis 4790[K]). Wegen der dreijährigen Garantie mit schnellem Direkt-Austausch über Intel unbedingt Boxed-Ware kaufen, die Garantie gilt nicht für Bulkware vom TrayDie genannten Modelle der vierten Generation wurden mittlerweile (2017) von der siebten Generation überholt – beim Händler einfach nach den entsprechenden Nachfolgern fragen! Gleiches gilt für Mainboards und Grafikkarten!
  • Prozessor-Lüfter: Alpenföhn, Modell Ben Nevis (Modell Brocken) oder vergleichbar. Bei höherer Last sind solche Alternativ-Lüfter leistungsstärker und dennoch leiser, als die der Boxed-Version beigelegten Original-Intel-Lüfter.
  • Hauptplatine (Mainboard): Sockel 1150, Chipsatz B85 (Z97), SATA-III (m. 6 GBit/s) und USB3. Meine Favoriten für alle PC-Varianten sind die entsprechenden Reihen von ASRock. Beim Mainboard zu sparen, hieße am falschen Ende zu sparen und sich für zukünftige Veränderungen den Weg zu verbauen!
  • Arbeitsspeicher (RAM):  8 GB (16 GB).
  • Grafik:  In den Chipsatz integrierte Intel HD4600 (+ Radeon R7/260(X) oder nVidia GT750(TI) um 150 EUR). Bei dedizierten Karten auf "Open GL 2.0" und "Shader Model 3.0" oder höher achten, damit Software wie Photoshop den Grafikprozessor mitnutzen kann. Adobe empfiehlt weiterhin min. 2 GB Grafik-RAM. Mit den dedizierten Grafikkarten kann auch schon das eine oder andere Spiel gespielt werden, echte Zocker müssen allerdings mehr auffahren! Für professionellen 10-bpc-Workflow mit 10-Bit-Monitor-Panels (manchmal auch 30-Bit-Workflow genannt) und geeigneter Software (Adobe Photoshop und Lightroom – nicht jedoch Elements!) sind spezielle Grafikkarten nötig: AMD FirePro W5100 oder höher (ab 400 EUR) oder Nvidia Quadro K620/K1200 (ab 200/300 EUR) oder höher. Diese "professionellen" Typen sind nicht zum Spielen geeignet (die dafür nötigen Monitore jedoch meist auch nicht)! 
  • Festplatte 1:  Schnelle SSD 240–256 GB  (480–512 GB). Für Betriebssystem und Programme. Auch Photoshop-/Lightroom-Cache sowie Lightroom-Katalog und Arbeitsdateien gehören hierher! 
  • Festplatte 2:  3,5", min. 1 TB, (min. 2 TB). Als Datenspeicher; die Seagate Barracuda ist gleichzeitig schnell, leise und preiswert.
  • DVD-Brenner: Nur, wenn überhaupt nötig. Optische Medien sind mehr und mehr "out" und gute Brenner gibt es kaum noch. Teac oder Pioneer bieten halbwegs brauchbare Geräte an, ansonsten überwiegen klapprige und laute Geräte, die keine besonders hohe Kompatibilität der gebrannten Medien erwarten lassen. (Bei mir läuft mittlerweile nicht einmal jede zweite DVD auf wirklich jedem anderen Gerät!). Daten besser auf USB-Sticks weitergeben.
  • Netzteil:  Je nach PC-Ausstattung min. 350 W (500 W), leiselaufend. An der Qualität des Netzteils sparen, heißt Risiken eingehen; deswegen lieber in robuste und zuverlässige Markenware wie z. B. von BeQuiet investieren!
  • Gehäuse:  Mögl. m. Front-USB3.0, und großen, leisen Gehäuse-Lüftern ab 120 mm. Alpenföhn leistungsstarke, leise Lüfter, die im preislichen Mittelfeld liegen. Mein Favorit eines kompakten Gehäuses für das Einstiegsmodell ist Coolermaster Silencio 352.
  • Windows: Ich arbeite mit Version 7 Prof./64 Bit – und warte eher auf ein ausgereiftes (!) Windows 10, als jetzt noch auf 8.1 zu setzen!

 

Wenn man selbst keinen PC zusammenbauen möchte oder kann und Beratung nötig ist, sind spezialisierte Fachgeschäfte erste die beste Anlaufadresse. In meiner Wahlheimat Göttingen sind dies z. B. die Firmen CDG in der Jüdenstraße und Tritech im Schützenanger. Dort bekommt man viele Modelle, die sich durch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen und zuverlässige Nutzung für viele Jahre erwarten lassen. Es gilt aber auch hier: Unter ca. 600 EUR Grundpreis ist nichts dauerhaft Gutes zu erwarten! Mit den Tritech-Preislisten oder der CDG-Webseite kann man einen PC sehr gut selbst vorkonfigurieren und ihn dann nach den Vorgaben bei der jeweiligen Firma zusammenbauen lassen. Natürlich ist das ein wenig teurer als der Selbstbau, dafür ist das Fehlerrisiko aber auch deutlich geringer.

 

Eine überregionale Empfehlung für ist auch die in München ansässige Firma Pixelcomputer. Die Betreiber kommen aus verschiedenen Bereichen der Fotografie und des Films. Sie kennen die von ihnen vertriebene Hard- und Software nicht nur aus Prospekten und von Messen, sondern aus der eigenen Arbeit damit. Als Kunde profitiere ich von ihrem Know-How und ihrem Service – und das bei Preisen, die nur unwesentlich über den billigsten Online-Anbietern liegen.

 

Von Komplett-PCs aus Elektronik-Märkten oder gar vom Discounter bin ich geheilt. Das Personal der Märkte besteht nicht aus Beratern sondern aus Verkäufern, die meist mit Ignoranz und fehlender Fachkompetenz brillieren. Die Rechner bestehen oft aus veralteter Hardware, sind laut und in wichtigen Details nachlässig zusammengestrickt bzw. schlecht erweiterbar (s. auch c't 2015-01, S. 24).  Zudem sind sie oft mit Software vollgemüllt, die kein Mensch braucht und die den PC von vornherein ausbremst! 

 

Eine Versand-Alternative – jedoch eher für den Selbstbau – entdeckte ich im Zusammenhang mit der Umrüstung von Windows-XP-PCs: Die Firma notebooksbilliger.de in Sarstedt bei Hannover. Dort orderte ich 2014 mehrere PCs und Laptops. Zu attraktiven Preisen erhielt ich sehr schnell (< 24 Stunden!) sehr gute Markenware geliefert. Eine Abholung vor Ort klappte hervorragend – trotz großen Kundenandrangs innerhalb weniger Minuten. Auch mittlerweile mehrfach in Anspruch genommener Support und Service funktionieren kompetent und schnell.

 

Ob sich ein Selbstbau lohnt,  muss jeder für sich entscheiden. Viel Geld kann man dabei nicht sparen, der größte Vorteil ist eher darin zu sehen, dass man am Ende über einen quasi maßgeschneiderten, perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepassten Rechner verfügt. Neben guten IT-Kenntnissen und gewissen handwerklichen Fähigkeiten sind jedoch auch viel Zeit und gute Nerven nötig. Daneben muss man sich im Klaren sein, dass bei späteren Fehlern oder gar Ausfällen kaum Hilfe zur Verfügung steht. Beim Fachhändler fertig aufgebaut und eingerichtet gekauft, sind Reparatur oder Ausstausch meist schneller erledigt.

 

Wer sich den Selbstbau zutraut, bestellt am besten alles aus einer Hand bei einem der Online-Händler wie z. B. notebooksbilliger.de oder Mindfactory in Wilhelmshaven. Billiger geht es nicht und dort ist die Auswahl am größten, für den Selbstbau wie für Reparatur oder Aufrüstungen. Bei Problemen bieten die nur unwesentlich teureren alteingesessenen Lieferanten wie Conrad, Reichelt, Völkner usw. allerdings oft den schnelleren und besseren Service. Diese Aussage beruht allerdings meinen ganz persönlichen Erfahrungen. 

 

Wer viel Zeit am PC verbringt, um Bild-, Audio- und Videodateien zu bearbeiten, sollte verstärktes Augenmerk auf sinnvolle und ergonomische Peripherie richten und eher dafür einen höheren Etat einplanen, als für einen geringfügig schnelleren Rechner. Es folgen einige kurze Empfehlungen für Peripherie-Bausteine.

 

Monitor: 24–27 Zoll mit "Full-HD"-Auflösung (1920 x 1080 Pixel); Anschlüsse: mögl. HDMI, DVI und Display-Port. Der alte VGA-Anschluss ist nicht mehr unbedingt nötig und kann nötigenfalls über einen preiswerten Adapter ins Kabel nachgerüstet werden. Verschiedene Hersteller, wie z. B. Dell, Eizo, HP oder Philips, bieten geeignete Monitore mit IPS-Panel um etwa 400–600 EUR an. Einen Monitor muss man vor dem Kauf eigentlich selbst gesehen haben, um Farbtreue, gleichmäßige Ausleuchtung und Bildwinkelstabilität beurteilen zu können. Besonders foto- und videogeeignete Monitore bauen u. a. NEC und Eizo. Insbesondere die Modelle, deren Hardware kalibriert werden kann, sollten ernsthafte Anwender, die Fotos auch einmal (großformatig) ausdrucken (lassen) möchten, in Erwägung ziehen. Diese Modelle sind mit 24 Zoll Bildschirmdiagonale ab knapp 700 Euro erhältlich, mit 27 Zoll ab etwa 1.000 Euro (plus rund 200 Euro für ein hochwertiges und universelles Kalibriergerät wie das X-Rite i1 Display pro). Regelmäßig tauchen Monitore chinesischer Anbieter auf (wie z. B. von Benq), die rund ein Drittel günstiger sind. Diese zeichnen sich jedoch oft durch deutlich höhere Serienstreuungen aus – ganz besonders bei der Helligkeitsverteilung. Bei knappem Budget würde ich eher beim Computer sparen als beim Monitor, denn dessen Qualität entscheidet zu einem wesentlich höheren Anteil darüber, wie Fotos später im Druck aussehen! Anstatt eines einzelnen, sehr großen Monitors könnte man auch für die reine Foto-Darstellung ein kleineres, hochwertiges Modell einsetzen (z. B. Eizo CS2420) und dieses durch einen (u. U. noch kleineren) Zweitmonitor einfacherer Bauart für die Arbeits-Paletten ergänzen (bei mir ist dies ein über 10 Jahre alter 19-Zoll-Monitor mit einem Seitenverhältnis 5:4). Weil heute alle Grafik-Einheiten zwei oder mehr Monitore ansteuern können, sollte diese Variante keine Probleme bereiten – außer recht viel Platzbedarf in der Breite auf dem Arbeitstisch.

 

Tastatur und Maus: Unbedingt in einem Elektronik-Markt selbst ausprobieren, für diese beiden Komponenten kann man unmöglich Empfehlungen aussprechen. Für einen PC, an dem bevorzugt Fotos bearbeitet werden sollen, empfiehlt sich eventuell ein Grafiktablet, hier ist Wacom der führende Anbieter. Geeignete kleinere Tablets gibt es für unter 100 EUR. Ich selbst konnte mich bislang nicht damit anfreunden und arbeite weiterhin mit Maus und Tastatur.

 

Für die Einrichtung eines Computer-Arbeitsplatzes ist es sehr wichtig, sich auch Gedanken über eine sinnvolle Datensicherung zu  machen. Weil dieses Thema hier den Rahmen sprengen würde, richte ich dafür einen eigenen Abschnitt ein.

 

Wichtiger Hinweis:

 

Darüber, dass diese Seite häufig angeklickt (und offenbar gelesen) wird, freue ich mich natürlich sehr.

 

Weitergehende Anfragen nach konkreten PC-Zusammenstellungen kann ich jedoch nicht beantworten! 

 

Ich baue mir zwar dann und wann einen PC selbst zusammen, aber die IT ist nicht mein Tagesgeschäft; mein Überblick über aktuelle Bauteile und Baugruppen schrumpft umso mehr, je weiter ich mich zeitlich vom letzten PC-Aufbau entferne. Für die Beantwortung solcher Anfragen wären regelmäßige neue Recherchen nötig. Weil schon der normale Betrieb dieser Freizeit-Webseite manchmal aufwändiger ist als eigentlich geplant, kann ich darüber Hinausgehendes leider nicht leisten.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

 

 

 

 

19.02.2014 – 10.04.2017