Zubehör – 1. Teil

Mit dem Kauf einer Kamera ist es heutzutage meist nicht getan. Je nach Lieferumfang werden gleich zusammen mit der Kamera einige Zubehörkäufe zu tätigen sein.

 

Als Stromversorgung liegt der Kamera normalerweise ein Akku bei. Manch Hersteller spart mittlerweile jedoch schon beim Ladegerät – der Akku muss dann zum Laden in der Kamera verbleiben und kann mittels USB-Kabel nur über PC oder ein kleines Steckernetzteil geladen werden. Ein Ladegerät für das externe Laden des Akkus ist jedoch Pflicht, um während des Ladens weiter fotografieren zu können!

 

Dafür ist dann natürlich unbedingt ein zweiter Ersatz-Akku nötig! Teure Original-Akkus sind nicht unbedingt nötig, ich selbst benutze für verschiedene Kameras Ersatz-Akkus der Marke Patona. Sie haben meist eine etwas niedrigere Kapazität als die Originale, da ich jedoch zwei bis vier Ersatzakkus einsetze, stört das nicht. Etwas teurer als die billigsten Nachbauten, sind sie aber ebenso zuverlässig wie die Originale – was man von den vielen Billigheimern nicht behaupten kannn. Patona bietet auch günstige Sets an, die ein Ladegerät beinhalten.

 

Mancher Kamera wird eine Speicherkarte beigelegt. Deren Kapazität ist jedoch meist so knapp bemessen, dass eine weitere Speicherkarte unumgänglich ist. Ich empfehle sogar, mindestens eine weitere anzuschaffen; denn nichts ist schlimmer, als dass eine Karte unterwegs plötzlich ausfällt und kein Ersatz dabei ist! In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, die Speicherkapazität pro Karte nicht zu groß werden zu lassen. "Stirbt" eine Karte mit 500 Fotos, ist das schlimm genug – aber weniger schlimm, als mit 2.000 Fotos! Am weitesten verbreitet sind heute Karten im SD-Format. Für die Aufnahme von Rohdaten + JPG (zum schnellen Anschauen auf dem Tablet oder Laptop) werden mit einem 16-Megapixel-Sensor im Schnitt rund 25 MB benötigt. Auf eine 16- oder 32-GB-Karte passen dann mehr als 500 bzw. 1.000 Fotos. Wer ausschließlich mit JPG-Aufnahmen arbeitet und keine Videos dreht, kann auch mit 4 oder 8 GB pro Karte glücklich werden; allerdings werden diese immer seltener, und außerdem ist der Preis pro GB recht hoch – so dass es sich von daher meist nicht mehr lohnt. 

 

Als Schutz vor Objektivbeschädigung gehört auf jedes Objektiv ein Schutzfilter. Ich lese häufig, dass eine Sonnenblende zum Schutz ausreiche. Das ist Mumpitz! Die Gegenlichtblende mag einen (kleinen) Anteil der potenziellen Gefahren für die Linse behindern, aber eben längst nicht alle. Der Ersatz eines verkratzten Objektives ist in jedem Fall deutlich teurer, als der Austausch eines Schutzfilters! Um die Bildqualität durch dieses zusätzliche Element im Strahlengang nicht unnötig zu beeinträchtigen, setze ich dafür nur hochwertig vergütete UV-Filter ein. 

 

Zusätzlich sollte man natürlich trotz des eben Gesagten nicht auf eine Gegenlichtblende verzichten. Sie schützt die Optik vor ungewolltem Lichteinfall. Damit werden die Bildung von Reflexen und eine damit einhergehende Kontrastminderung unterdrückt. Dies geschieht schnell, wenn die Lichtquelle (z. B. die Sonne ) schräg von vorn oder der Seite auf die Optik scheint (aber noch nicht selbst im Sucher zu sehen ist). Eine Gegenlichtblende sollte immer perfekt aufs Objektiv abgestimmt sein. Manchmal ist sie im Objektiv-Lieferumfang des Herstellers bereits enthalten, oft muss sie jedoch – selbst bei teuren Optiken! – als Zubehör erworben werden. Glücklicherweise gibt es wie bei den Akkus Drittanbieter (z. B. JJC), die passgenaue Gegenlichtblenden zum Bruchteil des Originalpreises anbieten. Bislang habe ich mit diesen Nachbauten noch keine schlechten Erfahrungen gesammelt!

 

Zum Thema Schutz gehört für mich auch immer der Displayschutz. Kameradisplays neigen nach meinen Erfahrungen trotz aller Sorgfalt zu Verkratzungen. Spätestens beim Wiederverkauf einer Kamera rächt sich das Fehlen eines Schutzes für wenige Euro. Willkommener Nebeneffekt: Spezielle mattierte Folien unterdrücken Reflexion und erhöhen so die Sichtbarkeit des Bildes bei hellem Umgebungslicht.

 

Schließlich sollte immer irgendeine Art von Hülle oder Tasche für eine Kamera angeschafft werden. Sie schützt vor Stößen, Kratzern, aber auch Wasser und Staub und sichert damit am Ende ihre Zuverlässigkeit. Ob es nun einfach eine preiswerte Hülle ist oder eine größere Tasche bzw. Rucksack für die ganze Ausrüstung – das muss jeder für sich nach Anwendungszweck, Geschmack und Geldbeutel entscheiden. 

 

Ähnliches gilt für den Kameragurt. In vielen Situationen ist er hinderlich, in anderen reicht der Originalgurt, welcher der Kamera in der Regel beiliegt. Ich selbst bevorzuge das sehr flexibel einsetzbare Gurt-System von OP-Tech USA. Handschlaufen, Nacken- oder Schultergurte,  aber auch eine Art Geschirr (Harnish), das ähnlich einem Rucksack getragen wird (und sehr ergonomisch ist), sind möglich. Das System ist leider weder billig noch gut beschaffbar: Abgesehen von einigen Standardgurten ist das komplette System praktisch nur beim deutschen Vertrieb Novoflex erhältlich.

 

Zur Grundausstattung gehören auch einige Reinigungshilfen. Die wichtigste ist ein Gummiball zum Wegblasen von Staub. Für das Entfernen von Spritzern oder Verschmierungen von der Linse benutze ich gern spezielles Linsenpapier, das in kleinen Heftchen erhältlich ist. Ein universell einsetzbares Microfasertuch vom Brillen-Optiker rundet die Ausstattung ab. Von Hilfsmitteln zum Reinigen von Sensor oder Spiegel rate ich zunächst ab, das sollte man die ersten Male einem Fachmann überlassen und diesem genau dabei zuschauen. Ein einmal in den Sensor eingeriebenes Staubkorn kann die ganze Kamera ruinieren!

 

Für all diese Dinge können in der Summe fast 200 oder auch mehr Euro fällig werden. Doch weil sie nicht nur den Umgang mit der Kamera erleichtern, sondern sie teilweise auch schützen und damit den Wiederverkaufswert erhalten helfen, handelt es sich dabei keinesfalls um eine Fehlinvestition!

 

Die hier aufgezählten Hilfsmittel stellen nur die Grundausstattung dar, die aus meiner Sicht ergänzend zur Kamera gleich bei ihrer Anschaffung erforderlich sind. In einem zweiten Teil wird weiteres allgemeineres Zubehör beschrieben, das nicht zwingend für jeden Fotografen notwendig ist, aber je nach Aufgabenstellung ergänzend nötig werden kann. Spezielles Zubehör wird in den Abschnitten zu Spezialthemen vorgestellt.

 

 

12.08.2015