Krebszellen mögen keine Himbeeren

Krebszellen mögen keine Himbeeren

 

Ein Buch über Ernährung und Gesundheit

 

Beliveau, R. & Gingras, Denis

Krebszellen mögen keine Himbeeren – Nahrungsmittel gegen Krebs

Goldmann, 2010, 352 S.

12,95 EUR

ISBN 978-3442171262

 

Wie Nahrungsmittel Krebs im Besonderen – aber auch die Gesundheit im Allgemeinen – beeinflussen können.

Als ich vor dem Regal in der Buchhandlung stand, wirkte der Buchtitel auf mich recht provokant. Ein weiterer dieser pseudowissenschaftlichen Reißer aus dem diffusen Grenzbereich zwischen Medizin, Ernährung und Esoterik, dachte ich zunächst. Die Neugier siegte jedoch und ich schaute mir das Buch und seinen Inhalt genauer an.

 

Reißereisch ist es ganz und garnicht; und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Autoren behaupten keinesfalls, allein mit einer Nahrungsumstellung könne man eine Krebserkrankung heilen – genau diesen Eindruck hatten Titel und Untertitel nämlich bei mir geweckt und damit meinen Unmut ausgelöst.

 

Ein kleines kanadisches Universitäts-Team berichtet hier sehr sachlich über die Ergebnisse seiner Forschungen im Bereich der Molekularmedizin. Primär geht es natürlich um Wechselwirkungen zwischen Nahrung und Krebs. Allerdings lernt der Leser darüber hinaus generell sehr viel über das, was mit unserer Nahrung auf zellulärer Ebene geschieht; wie sie aufgenommen und verarbeitet wird.

 

Das Buch ist nicht als Fachpublikation von Wissenschaftlern für Wissenschaftler geschrieben. Es spricht interessierte Laien an und vermag diesen die Zusammenhänge so verständlich zu erklären, dass es (bei mir) zu echten Aha-Erlebnissen kam. Ein solch anschaulich geschriebens Buch zu einem so hochkomplexen Thema  hatte ich selten in den Händen. Fachbücher sind für mich normalerweise eher Nachschlagewerke, dieses Buch jedoch las ich wie einen Roman. 

 

Erstmals verstand ich im Ansatz, was Krebs überhaupt ist, und wie Tumoren funktionieren; warum das Immunsystem eine so wichtige Rolle spielt, wie die Nahrung sich auf dieses auswirkt und über diesen Umweg auch Krebsentstehung und Tumorwachstum beeinfussen kann. Ganz nebenbei ist ein gesundes Immunsystem natürlich nicht nur im Hinblick auf Krebs wichtig, sondern generell erstrebenswert. Daher ist das Buch auf gar keinen Fall nur für Krebskranke empfehlenswert, sondern für jeden, der sich Gedanken über Gesundheit und Ernährung macht. Weil es über Letzteres so erstaunlich viel auf molekularer Ebene vermittelt, hat es seinen festen Platz in meinem Kochbuch-Regal gefunden, gleich neben Muenzing-Ruefs Kursbuch gesunde Ernährung