Bücher – gedruckt oder digital?

Als ich eingeschult wurde, gab es noch keine Videoclips. Das Fernsehen steckte in den Kinderschuhen, Wikipedia und und Youtube sollte erst Jahrzehnte später die Welt erobern. Wissensvermittlung erfolgte an Schulen und Unis – und über das Lesen. Meine Liebe zum Lesen und zu Büchern begann gleich in der ersten Schulklasse. 

 

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Während die Enkel-Generation Videos – am besten in Form möglichst kurzer Clips – bevorzugt, bleibe ich dem geschriebenen Wort treu. Allerdings muss ich gestehen, dass auch bei mir während des letzten Jahrzehnts ein Wandel stattgefunden hat: Weg vom gedruckten Buch und hin zur digitalen Form. Ganz besonders trifft dies auf Fachbücher zu. Nicht nur wenn ich unterwegs bin, muss ich mich nicht mehr für nur ein oder zwei Bücher entscheiden, sondern habe auf dem Tablet (das keine 500 g wiegt) eine regelrechte kleine Bibliothek bei mir. Das erleichtert das Querlesen zwischen verschiedenen Quellen enorm.

 

Neue, gedruckte Bücher

Dank Buchpreisbindung hat ein aktuelles Buch überall den gleichen Preis. Deswegen kaufe ich neue Bücher ausschließlich im örtlichen Buchhandel. Nur hier kann ich ohne viel Zeitaufwand mehrere Bücher direkt nebeneinander vergleichen. Leider wird – gerade auch bei Fachliteratur – das Angebot stetig geringer. Selbst in Universitätsstädten wie Göttingen ist es mittlerweile schwierig, gute Fachbücher gleich beim ersten Besuch vor Ort zu finden; ich muss dann bestellen und ein zweites Mal rund 30 km Fahrt (plus Zeit) auf mich nehmen.

 

So könnte ich mir ein Buch, das ich mir vor dem Kauf nicht anschauen muss, dann besser online direkt zu mir bestellen. Neben den großen Online-Händlern gibt es auch kleinere, inhabergeführte Buchhandlungen, die Bücher versenden, wie z. B. Karl-Heinz Royens Bücherladen Neckarstadt in Mannheim. 

 

Gedruckte Bücher ohne Buchpreisbindung

Mein Etat für Bücher ist – wie alle meine Etats – begrenzt. Deswegen schaue ich mich gern nach Alternativen um. Dabei handelt es sich entweder um gelesene (also gebrauchte) Bücher, oder aber um Rückläufer, Mängelware bzw. Altauflagen, für welche die Preisbindung aufgehoben wurde. In unserer schelllebigen Zeit kann man manchmal schon wenige Wochen nach Erscheinen eines neuen Buches solche Exemplare günstig ergattern.

 

Viele Buchhandlungen tun sich leider schwer damit, preisreduzierte Fachbücher anzubieten, aber in den vergangenen Jahren entstanden etliche Online-Alternativen. Aus der Vielzahl der Internet-Anbieter möchte ich folgende empfehlen:

 

www.terrashop.de

Hier gibt es ein Unzahl preisreduzierter, ungelesener Bücher. Meist sind es Mängel-exemplare oder Restauflagen. Das Angebot ist recht günstig und wird täglich aktualisiert. Zusätzlich kann man einen wöchentlichen Newsletter mit den Highlights der Woche anforden. Der schnelle Versand ist ab 20 EUR Bestellwert kostenfrei. Hier habe ich schon viele gute Schnäppchen gemacht.

 

www.booklooker.de

Hier ist das Angebot noch größer, denn zu den gewerblichen Anbietern neuer und gebrauchter Bücher kommen noch zahlreiche Privatanbieter. Booklooker tritt nur als Vermittlungsplattform auf, die Geschäfte werden zwischen Verkäufer und Käufer direkt abgewickelt, die Provision ist angemessen. Ich nutze Booklooker schon seit Jahren und hatte noch nie Probleme. Sehr empfehlenswert auch, um Gelesenes wieder zu veräußern!

 

Medimops, Rebuy u. ä. sind aus meiner Sicht für den Käufer meist zu teuer; auf der anderen Seite zahlen sie deutlich unter Marktwert, sind also nur Makler, die sich selbst "goldene Nasen" verdienen;-)

 

www.amazon.de

Von Amazon mag man halten, was man will – über den Marketplace und seine zahlreichen Anbieter kann man manchmal gute Schnäppchen mit gebrauchten Büchern machen.

  

http://www.buecher24.de/

Zum Abschluss noch der Hinweis auf diese Suchmaschine, die sich auf das Auffinden von Büchern spezialisiert hat. In der Regel findet sie binnen Sekunden zahlreiche Angebote zu jedem Titel – neue, mit und ohne Preisbindung, sowie gebrauchte.

 

Digitale Bücher (E-Books)

Geräte und Formate

Digitale Bücher können auf verschiedenen Geräten gelesen werden: 

  • Spezialisierte E-Book-Reader (Kindle, Tolino usw.)
  • Tablets und Smartphones
  • Laptops
  • Desktop-Computer

Lesen an Desktop-Computer oder Laptop empfinde ich als unkomfortabel. E-Book-Reader sind mir, weil man damit wirklich nur lesen kann, zu speziell. Smartphones sind zwar universell nutzbare Geräte, zum Lesen jedoch viel zu klein. Am Ende ist das Tablet seit einigen Jahren mein Favorit, bevorzugt mit einer Bildschirmdiagonalen zwischen etwa 20 und 25 cm (also 8 und 10 Zoll) und einem Seitenverhältnis von 3:2. Insbesondere die größeren sind sehr gut für die Darstellung von Fachbüchern geeignet – daneben jedoch auch zum Musikhören, Fotos oder Filme schauen, E-Mails abrufen, Internetserven und vielem mehr. Einzig zwei Vorteile sprächen für spezielle E-Book-Reader:  Die etwas besseren Displays zum Lesen und die geringeren Stromverbräuche, die sich in längeren Akku-Laufzeiten niederschlagen. Bei meinem (Mittelklasse-Samsung-) Tablet stimmen jedoch (für mich) auch diese beiden Faktoren.

 

Softwareseitig konkurrieren drei Formate  um die Gunst des Lesers:

  • Mobi/Kindle
  • EPUB
  • PDF

Mobi wird von Amazon für seine hauseigenen Kindle-Geräte und -Apps eingesetzt und ist mit an Geräte gekoppelten Kopierschutz (DRM = Digitales Rechte-Management) versehen. Gegen eine Markierung meiner digitalen Bücher (oder auch Musik-Downloads)  mit sicht- oder unsichtbaren Wasserzeichen habe ich nichts; diese Art des "harten" Kopierschutz lehne ich jedoch ab: Ich zahle gern angemessen für etwas, das ich nutze – möchte dann aber selbst entscheiden, wo, wann und wie ich es nutze. Und wenn ich es ausgelesen habe, würde ich es – wie auch das gedruckte Buch – gern ganz legal weitergeben dürfen (das geht nach derzeitiger Rechtslage Mitte 2016 leider nicht)! Das Kindl-Format kommt mir also grundsätzlich nur aufs Tablet, wenn es keine Veröffentlichung für ein anderes Format gibt. 

 

EPUB ist meiner Meinung nach nur für belletristische Texte ohne (viele) Grafiken und Abbildungen geeignet. Immerhin lassen sich reine Texte gut an den eigenen Reader oder die eigenen Lesegewohnheiten anpassen. Für Fachbücher wünsche ich mir ein festes Seitenlayout, welches das Original-Layout der gedruckten Ausgabe 1:1 darstellt. Es gibt zwar auch einen EPUB-Standard für festes Seitenlayout, jedoch glänzt dieser "Standard" oft durch Inkompatibilität. So lässt sich z. B. das Buch "Clean Eating Basics" von Hannah Frey kaum sinnvoll nutzen. Gleichgültig, ob auf PC, Laptop oder Tablet; gleichgültig, mit welchem Programm oder App betrachtet: Die Darstellung ist jedesmal anders, immer unübersichtlich und zerissen bis unvollständig. Das ist ein echtes Armutszeugnis für den Verlag Gräfe und Unzer

 

Bleibt für Fachliteratur eigentlich nach wie vor nur das gute, alte PDF-Format. Es liest sich Smartphones nicht besonders gut, und auch Reader kommen oft nicht gut damit klar – auf allen anderen Lesegeräten ist es für mich jedoch weiterhin erste Wahl. Glücklicherweise bieten viele rennomierte Verlage dieses Format an.

 

Beschaffung

In Bezug auf die Beschaffung digitalen Lesestoffes kann ich für keine einzelne Quelle eine Empfehlung aussprechen (außer der Empfehlung gegen Amazon mit seiner Kindle-Hardware und den Kindle-Büchern). Viele Bücher liegen bei verschiedenen Anbietern in verschiedenen Versionen vor: Als EPUB oder PDF, mit oder ohne DRM – da hilft nur der geduldige und sorgsame Vergleich. Einige Favoriten habe ich natürlich dennoch:

  • beam – Der E-Book-Shop Leider mehr Masse, statt Klasse; aber generell kopierschutzfrei.
  • Thalia Neben E-Books auch Online-Versand gedruckter Bücher sowie Buchläden in vielen Städten – leider ein Konzern wie Amazon, der kleine Händler "totbeißt" (und sich mit seinen physischen Buchhandlungen danach aus vielen Orten wieder zurückgezogen hat).
  • ciando Der Shop hinter vielen anderen Shops; donnerstags, am "free-ebook-day" gibt es ein kostenloses E-Book – manchmal (eigentlich eher selten) sogar ein gutes Fachbuch!

Daneben lohnt auch oft der Blick direkt auf die Verlagsseiten. IT-affine Verlage bieten schon lange quasi ihr komplettes Angebot digital an – die meisten mittlerweile als PDFs, einige aber sogar wahlweise in verschiedenen Formaten. Hier eine (zugegeben kleine) Auswahl:

 

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