Nie wieder 1&1!

Es ist leicht, bei 1&1 (oder auch den anderen, an United Internet AG hängenden Marken wie GMX und Web.de) einen Vertrag abzuschließen. Aus ihm wieder herauszukommen erfordert Zeit, Geduld und starke Nerven.

 

Kündigungen per E-Mail werden nicht akzeptiert, das ist für Laien umständlich und nahezu unverständlich in den AGB "erklärt". Die aus meiner Sicht einzig empfehlenswerten Kündigungs-Methoden sind schriftlich per Einschreiben (mit Rückschein!) oder per Fax. Die Postadresse findet sich leicht zugänglich im Impressum, eine valide Faxnummer zu finden, ist jedoch schwierig. (Auf Anfrage teile ich sie Interessierten gern per E-Mail mit!)

 

Auf gar keinen Fall sollte man sich auf die Kündigung direkt über das Account-Konto im Internet einlassen. Dort wird nur eine Vormerkung zur Kündigung angelegt. Wenn man diese nicht innerhalb von 14 Tagen telefonisch bestätigt, verfällt sie – dann ist u. U. auch schon die Kündigungsfrist überschritten und man darf weitere 12 Monate weiterzahlen für einen Vertrag, den man nicht mehr braucht!

 

Wenn man dann den telefonischen Kontakt aufnimmt, bestehen zwei Gefahren:

 

1. Die Mitarbeiter von 1&1 sind offenbar perfeket in Kündigungs-Vermeidungsstrategien geschult, denn einige von ihnen versuchen nun in wohlbekannter "Drücker"-Manier, den scheidenden Kunden zu einem neuen Vertrag zu überreden.

 

2. Der 1&1-Mitarbeiter versteht etwas falsch oder gibt etwas falsch in sein System ein und der Vertrag ist nicht gekündigt oder in einen anderen gewandelt.

 

Letzteres geschah bei mir: Nach meiner ausdrücklichen Bestätigung der Kündigung erreichte mich einige Stunden später zunächst eine Kündigungsbestätigung – und Minuten später eine E-Mail mit einem neuen Vertrag; natürlich der teuersten Klasse und mit einem iPhone, das ich als Android-Anhänger niemals nutzen würde. 

 

Versehen oder Absicht? Als positiv denkender Mensch rief ich umgehend bei 1&1 zurück, um zu klären, was da schief gelaufen sei. Die freundliche Mitarbeiterin konnte mir den Fehler nicht erklären. Sie versprach mir aber, alles in meinem Sinne zu reglen. Am nächsten Tag trudelte dann die Rechnung ein. Der erste Betrag wurde über das SEPA-Mandat für den alten Vertrag auch gleich "pünktlich" eingezogen. Ja, auf dieser Seite und für 1&1 funktionieren die Dinge schnell!

 

Nun tat ich meinen Unmut per E-Mail schriftlich kund. Die Antwort darauf:

 

"... herzlichen Dank für Ihr Schreiben zur Vertragsstornierung. Wir möchten Ihr Anliegen gerne mit Ihnen gemeinsam klären. Schade, dass wir Sie telefonisch nicht erreicht haben. Damit wir schnell weiterhelfen können, bitten wir Sie, uns zurückzurufen. ..."

 

Geht's noch? Telefonisch klären, nachdem es zweimal telefonisch nicht geklappt hat? So ähnlich formulierte ich meine Antwort und betonte den Wunsch zur schriftlichen Korrespondenz. Nachdem sich zwei Tage nichts tat, schickte ich dann per Fax nochmals einen offiziellen Widerruf hinterher. Bei dieser Gelegenheit kündigte ich gleich unsere anderen Verträge bei diesem Abzocker-Konzern – natürlich auch per Fax.

 

Jetzt warte ich wieder auf Antwort. Auf dieser Seite wird es wohl länger dauern. Aber wenn innerhalb zweier Wochen der Vertrag nicht endgültig gekündigt und das Geld auf mein Konto zurücküberwiesen ist, werde ich Rechtsmittel einlegen und an die Öffentlichkeit gehen; und damit meine ich nicht diese eigene, unbedeutende kleine Webseite.

 

Ich werde Euch hier weiter informieren ...

 

(Stand: 01.04.2016)

  

 

Nachtrag 13.04.2016: Zwei Tage vor Ablauf des von mir gesetzten Ultimatums für die Rücküberweisung kam heute zumindest schon eine Gutschrift herein, in der die Rücküberweisung innerhalb weniger Tage angekündigt wird.

 

Nachtrag 17.04.2016: Heute erreichte mich die E-Mail, in der die Kündigung des Vertrages erneut bestätigt wurde. Jetzt braucht nur noch das Geld auf dem Konto eintrudeln ...

 

Nachtrag 20.04.2016: ... was heute auch geschah. 

 

Nachtrag 06.05.2016: Zu früh gefreut. Gestern trudelte erneut eine Rechnung ein: Eine "Abschlussrechnung". Dagegen habe ich natürlich Widerspruch eingelegt.

 

Nachtrag 10.05.2016: Heute wurde – trotz meinese Widerspruchs – der Rechnungsbetrag abgebucht. Na gut, ich hatte zwei Wochen Frist für die Rückbuchung eingeräumt.

 

Nachtrag 25.05.2016: Großzügige Frist ist abgelaufen, ohne Rückbuchung versteht sich. Deswegen habe ich die Lastschrift nun selbst bei der Bank storniert.

 

Nachtrag 30.05.2016: Zahlungsaufforderung seitens 1&1. 

 

Nachtrag 05.06.2016: Nachdem gestern – man höre und staune! – eine Entschuldigung seitens des Kundensupports eingegangen war, erreichte mich heute nun die offizielle Gutschrift. Mal abwarten, was da noch kommt – aber wenn, dann geht's gleich weiter zur c't, für die Rubrik "Vorsicht Kunde!"

 

Vorläufiges Fazit: Nach nunmehr fast elf (!) Wochen Zeitverschwendung und Stress bleibe ich bei meiner Überschrift: Nie wieder 1&1!