Zwei Funk-Tastaturen von Logitech

Für zwei PCs, die von einem einzigen Arbeitsplatz betrieben werden, wurde jeweils eine Tastatur benötigt. Damit es beim Hin und Her auf dem Schreibtisch nicht zu "Verwicklungen" kommt, sollten es drahtlose Tastaturen sein. 

 

Außerdem sollte eine der beiden möglichst kompakt sein, da sie a) eher seltener und unregelmäßiger zum Einsatz kommt und b) dafür nicht dauerhaft kostbaren Platz auf dem Schreibtisch vergeuden sollte.

 

Ich entschied mich für die beiden im Folgenden beschriebenen Modelle.

 

Logitech Wireless Illuminated K800

Wie viele moderne Tastaturen und andere Produkte wirkt die K800 auf den ersten Blick schick, auf den zweiten jedoch empfindet man einiges als nicht besonders gut verarbeitet. Der umlaufende durchsichtige Rand lässt sie optisch kleiner erscheinen, als sie tatsächlich ist. Die Handauflage ist eigentlich ein wenig zu schmal – man hätte sie besser komplett weggelassen. Ich benutze am liebsten gar keine, oder aber – wie auch beim Mauspad – eine gelgefüllte Auflage. Das Kunststoffgehäuse verbiegt sich ein wenig, wirkt aber stabil, ebenso die Aufsteller.

 

(Foto: Ulli Böhmke)
(Foto: Ulli Böhmke)

 

Entgegen anderen Logitech-Tastaturen ist man bei der K800 weitgehend beim Standard-Layout geblieben. Das ist für einen langjährigen Vielschreiber wie mich sehr angenehm!

Die Tastatur ist unkompliziert und schnell mit dem PC verbunden. Die Funkverbindung ist schnell und stabil – zu spürbaren Latenzen oder Abbrüchen kommt es nicht.

 

Die erste Akku-Ladung hielt trotz täglichen Gebrauchs und Nutzung der LED-Beleuchtung acht Wochen, später pendelte sich die Laufzeit bei durchschnittlich 10 Wochen ein. Die Anzeige für den Batteriestand ist grob und ungenau: Bereits nach einer Woche zeigte sie erstmalig "niedrig" an – um am nächsten Tag wieder auf "voll" zu springen. Ich warte mit dem Aufladen immer, bis ich von der Logitech-Software zum ersten Mal dazu auf dem Bildschirm aufgefordert werde. Bei den intern verbauten Akkus handelt es sich um zwei kleine NiMh-Zellen, diese sollten unter dem Gesichtspunkt einer langen Haltbarkeit immer komplette Zyklen durchlaufen, vor dem Laden also fast komplett (aber nicht tief-) entladen sein. Niemals sollte man das Ladekabel jeden Tag oder gar dauerhaft anschließen!

 

Die Tasten fühlen sich sehr angenehm an. Das Tippen geht extrem schnell, leise und fehlerfrei von der Hand. Widerstand, Druckweg und -punkt sind für mich einfach perfekt, die Tastatur ist ein echter Handschmeichler. Auch gefällt mir die Formgebung der Feststelltaste sehr gut: Bei meiner alten Tastatur löste ich sie schnell versehentlich aus, wenn ich die linke Shift-Taste betätigte, hier passierte dies noch nicht ein Mal.

 

Dennoch stören mich auch einige Punkte: Wie zum Beispiel die fehlende Kontextmenü-Taste. Stattdessen sitzt oben eine sinnlose Taschenrechner-Taste, die man nicht wirklich frei umbelegen kann. Überhaupt stehten nur verhältnismäßig wenige Möglichkeiten für Umbelegungen von Tasten zur Verfügung. 

 

Die Beleuchtung der Tastatur ist sehr ungleichmäßig. Das konnte meine alte Medion-Tastatur für weniger als ein Drittel des K800-Preises vor vielen Jahren schon besser! 

 

Die versprochene Fähigkeit, hochkant aufgestellt werden zu können, will bei mir nicht funktionieren – die Tastatur kippt einfach um. Für meinen Zweit-PC kkann ich wegen Platzmangels eine vollformatige Tastatur nur hochkant abstellen; dafür ist die K800 damit ungeeignet. Umständlicherweise müssen auch die kleinen Aufstellfüßchen für die Hochkantstellung eingeklappt werden.

 

Weiterhin möchte ich die kleine USB-Buchse für das Ladekabel erwähnen. Intern arbeitet die Tastatur mit ganz gewöhnlichen Micro-Akkus – warum hat man ihr nicht einfach ein einfach zu öffnendes Fach spendiert? Ich habe für Mäuse und Tastaturen immer einige Ersatz-Akkus liegen, die schneller getauscht sind, als das umständliche Gefrickel mit dem USB-Kabel. Zumal es den Anschein hat, als würde die Buchse dies nicht lange mitmachen. Wahrscheinlich versagt sie ihren Dienst einige Tage nach Ablauf der Garantie... Die ungenaue Batteriestands-Anzeige hatte ich oben bereits erwähnt.

 

Auch bei dieser Tastatur musste ein Teil der Oberfläche klavierlackähnlich designed werden. Der mittlere Teil ist dadurch ein wunderbarer Staubfänger – wann wird diese Unsitte bei Gebrauchsgeräten endlich ein Ende haben?! 

 

So besteht auch für diese Tastatur neben vielen guten Eigenschaften Verbesserungs-potenzial und ich kann „nur“ sehr gute 4 von 5 Punkten vergeben. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wegen des hohen Preises (UVP: knapp 100 EUR) eher noch einen Punkt schlechter!

 

Logitech Wireless K360

Auch diese Tastatur wirkt auf den ersten Blick wertiger, als sie dann auf den zweiten Blick ist. Man sieht doch schnell, dass es eine eher preiswerte Tastaur ist: Die Tasten selbst sind aus billigem Plastik und klapprig montiert, die Buchstaben sehen nicht danach aus, als blieben sie viele Jahre sichtbar. Das Gehäuse ist aus nicht besonders formstabilem Plastik – es neigt zu Verwindungen und Knarzgeräuschen. Die kleinen Klapp-Aufsteller unterstützen diesen Eindruck. Immerhin sind sie gummiert und halten die Tastatur stabil auf der Tischfläche.

 

Das Layout entspricht weitgehend meinem Laptop, so dass keine große Umgewöhnung nötig sein wird. Die Funkverbindung ist schnell eingerichtet und funktioniert perfekt: Ohne spürbare Latenzen oder gar Aussetzer.

 

Der Tasten-Hub ist angenehm kurz; die Geräuschentwicklung recht niedrig, allerdings vermittelt die Tastatur beim Tippen nicht das Gefühl von Wertigkeit – weder vom Geräusch noch vom Gefühl. Wegen der schlabbrig montierten Tasten fühlt es sich ein wenig weich an, dennoch ist immerhin ein definierter Druckpunkt spürbar. Ich kann recht schnell und fehlerarm tippen.

 

Das Tippen läuft also entgegen erster Befürchtungen besser als erwartet, allerdings kommt die Tastatur nicht an die „große“ K800 heran. Auf der anderen Seite hebt sie sich durchaus von den billigsten Einsteigermodellen ab. Ich benutze sie an meinem Ersatz-PC, wo sie nicht längst nicht so häufg benötigt wird, wie die Tastatur am Haupt-Rechner. Die Kritikpunkte wiegen hier folglich nicht ganz so schwer, so dass ich sie am Ende als gute Mittelklasse einstufe und mit 3 von max. 5 Punkten bewerte. Auch die K360 ist mit einer UVP von knapp 40 EUR eigentlich zu teuer und kommt in dieser Wertung auch auf nur drei Punkte.